Wie heiratet man eigentlich?

Termin beim Standesamt machen und mehr

Hochzeit Frau Mann iurFRIEND® AG

Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2026

So romantisch der Antrag auch gewesen sein mag: Vor dem großen Tag steht etwas Bürokratie. Doch keine Sorge – wenn man weiß, was notwendig ist, lässt sich der Weg zur Eheschließung gut organisieren. Was braucht man? Die Anmeldung der Eheschließung erfolgt beim Standesamt des Wohn- oder Nebenwohnsitzes – auch wenn später an einem anderen Ort geheiratet wird. Dafür benötigt man bestimmte Unterlagen wie Personalausweis, Geburtsurkunde und gegebenenfalls Nachweise über Vorehen oder (gemeinsame) Kinder. Bei Auslandsbezug sind weitere Unterlagen vorzulegen, die Details richten sich nach dem jeweiligen Land. Nach erfolgreicher Anmeldung hat man 6 Monate Zeit, um sich trauen zu lassen – gerne auch an besonderen Orten wie einem Leuchtturm oder auf der Zugspitze. Wie viel kostet das Ganze? Die reinen Behördengebühren liegen meist um die 50 EUR, für Wunschtermine, besondere Orte oder zusätzliche Urkunden kann es aber mehr werden.

 

Mit der Organisation der Trauung haben Sie schon einiges bewältigt - es lohnt sich jetzt noch einen Schritt weiter zu gehen und sich zusätzlich über die Rechte und Pflichten zu informieren, die mit der Eheschließung einhergehen: Weitere rechtliche Infos rund um die Ehe, wie z.B. den Ehevertrag, finden Sie in unserem Gratis-InfoPaket (Eheplaner), welches Sie hier ganz unverbindlich und bequem online anfordern können.

Anmeldung der Ehe

In Deutschland können Menschen unabhängig vom Wohnort in jedem beliebigen Standesamt heiraten, z. B. als Paar aus Gelsenkirchen beim Standesamt Garmisch Patenkirchen, das nämlich einen „Trauraum“ auf der Zugspitze bietet – so weit, so schön. Was man jedoch zuvor tun muss, ist, beim Standesamt des Wohnsitzes oder Nebenwohnsitzes die Ehe „anzumelden“. Das lässt sich bei vielen Standesämtern auch online erledigen. Ist die Anmeldung erfolgt, gilt sie allerdings nur sechs Monate. Das heißt, innerhalb dieser Zeit muss die Trauung erfolgen.

Dokumente für die Anmeldung

Im denkbar einfachsten Fall – beide Partner sind in Deutschland geborene volljährige, kinderlose Deutsche, weder verwitwet noch geschieden, also tatsächlich „ledig“ - sind lediglich Ausweis- oder Passkopien und eine aktuelle beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister von Nöten. Z. B. das Standesamt Düsseldorf verspricht, diese Geburtsurkunde nach Möglichkeit selbst anzufordern, die Standesämter anderer Gemeinden können jedoch weniger hilfsbereit sein, so dass man sich selbst darum kümmern muss.

Dokumente bei Hauptwohnsitz eines der Partner in einer anderen Stadt

Wenn sich der Hauptwohnsitz eines der Partner in einer anderen Stadt befindet, kommt noch eine „erweiterte Meldebescheinigung“ dazu.

Dokumente, wenn einer der Partner geschieden oder verwitwet

Deutlich komplizierter wird es, wenn dieser einfachste Fall nicht gegeben ist. Ist einer der Partner etwa geschieden oder verwitwet, muss eine aktuelle beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister der Vorehe „mit Auflösungsvermerk“ beschafft werden. (Handelt es sich nicht um eine Vorehe, sondern um eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ ist das erforderliche Dokument eine aktuelle Lebenspartnerschaftsurkunde, ebenfalls mit Auflösungsvermerk.) Manche Standesämter sind hier auch mit den Scheidungs- oder Aufhebungsurkunden zufrieden.

Dokumente, wenn mindestens ein Partner Kinder hat

Sind Kinder vorhanden – gemeinsame Kinder des heiratswilligen Paars oder Kinder, für die einer der Partner das Sorgerecht besitzt, müssen die Geburtsurkunden und ggf. ein Nachweis der Sorgeberechtigung eingereicht werden.

Dokumente bei Auslandsbezug eines oder beider Partner

Auslandsbezug liegt vor, wenn mindestens ein Partner eine ausländische Staatsbürgerschaft hat oder im Ausland geboren ist. – Hier gibt es so viele Möglichkeiten und Varianten, dass die Standesämter einen persönlichen Beratungstermin vorschreiben. Die beizubringenden Dokumente hängen von den jeweiligen Staaten ab, die involviert sind – ggf. müssen sie auch noch übersetzt werden. Bei ausländischen Staatsbürgern soll auch sichergestellt werden, dass sie nach den Gesetzen ihres Heimatlandes „ehefähig“ sind, wofür ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem betreffenden Staat erforderlich ist.

Der Trauungstermin

Wie schon erwähnt, sind Sie nicht verpflichtet, die Trauung in dem Standesamt durchführen zu lassen, bei dem Sie die Anmeldung vorgenommen haben, sondern dürfen in jedem Standesamt in Deutschland heiraten. Bei vielen Standesämtern lässt sich der Termin bereits vor der Eheanmeldung buchen – er wird aber erst verbindlich, wenn die Eheanmeldung vorliegt. Später als 6 Monate nach der Eheanmeldung darf er nicht liegen, da die Anmeldung sonst ihre Gültigkeit verliert. – Häufig kann die Buchung auf bequeme Weise online erledigt werden.
 

Handelte es sich früher bei der Eheschließung auf dem Standesamt eher um eine bürokratische Pflichtübung und nicht um den eigentlich feierlichen Akt (dessen Ort die Kirche war), lassen sich heutzutage immer weniger Leute kirchlich trauen, so dass die standesamtliche Trauung allein immer mehr zu einer Feier wird, zu der zahlreiche Gäste kommen.

 

Um diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, bieten viele Standesämter mehrere Trauorte an, die sich nach der Zahl der möglichen Gäste sowie dem „Ambiente“ (und den erhobenen Gebühren!) unterscheiden. – 15 Minuten vorher sollte das Paar und eventuelle Trauzeugen (die entgegen einem weitverbreiteten Vorurteil keine Pflicht sind) sowie Gäste vor Ort sein und sich ausweisen können. Gewöhnlich dauert die Zeremonie nicht länger als 30 Minuten, falls kein Dolmetscher mit im Spiel sein muss, weil einem der Partner die nötigen Sprachkenntnisse mangeln.

Und was kostet der Spaß?

Die Kosten variieren, je nach Stadt und Standesamt. Durchschnittswerte lassen sich aber nennen:

  • Anmeldung der Ehe: ca. 50 EUR
  • Standesamtliche Trauung selbst: 0 EUR (die ist mit der Gebühr für die Anmeldung bereits abgedeckt!)

Dazu kommen die Kosten für beizubringende Urkunden. Wer sein Jawort nicht prosaisch im Standesamt, sondern an einer besonders romantischen Location geben möchte, wird dafür ebenfalls zur Kasse gebeten. Für den erwähnten „Trauraum“ auf der Zugspitze müssen Sie z. B. 250 EUR hinlegen.

Alles in allem

Trotz Papierkram ist Heiraten mehr als ein bürokratischer Akt – es ist der Beginn eines neuen, gemeinsamen Kapitels im Leben. Mit guter Vorbereitung, etwas Geduld und Vorfreude wird der Tag der Trauung zu einem einzigartigen Moment, der nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem im Herzen Bedeutung hat.