Ausklang - Am Ende wird alles immer gut
So sehr sich beide Seiten auch bemühen, werden Probleme und Konflikte in der Ehe sicher niemals gänzlich verhindert werden können. Welche Folgen das für die Ehe hat, hängt aber davon ab, wie die Partner damit umgehen und ob sie in der Lage sind, Konflikte gemeinsam zu lösen. Auch gravierende Probleme müssen nicht in einer Scheidung enden. In den meisten Fällen führt der Weg aus der Krise über offene und ehrliche Gespräche, ohne Druck und ohne Schuldzuweisungen. Im Idealfall analysieren die Partner gemeinsam die Situation, indem sie sich gegenseitig ihre Sichtweisen erläutern und anschließend nach einer für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung suchen. Solche Gespräche sind allerdings nicht immer möglich, was auch daran liegen mag, dass die Partner mit der Zeit verlernt (oder aber es nie wirklich gelernt) haben, sich miteinander zu verständigen.
Wenn nach langen Jahren des Ehelebens die Gemeinsamkeiten nur noch aus Gewohnheiten bestehen, kann es auch hilfreich sein, dass derjenige Partner, der die sich einschleichende Unzufriedenheit als erster wahrnimmt, von sich aus aktiv wird. Die Zeit lässt sich nun einmal nicht zurück drehen, auch wenn man sich vielleicht nach jenen Tagen sehnt, in denen man Schmetterlinge im Bauch hatte und auf Wolke sieben schwebte. Anstatt vom anderen zu erwarten, dass er für beide einen Weg aus dem Alltagstrott findet, sollte man sich fragen, in wieweit man selbst denn für Abwechslung in der Beziehung sorgen könnte. Wenn man sich in die Zeit des Kennenlernens zurück versetzt, wird man vielleicht auch erkennen, dass man sich damals nicht ausschließlich auf den Partner konzentriert hat, sondern auch eigene Hobbys und Freundschaften gepflegt hat. Wer sich in der Ehe langweilt, weil alle Tage gleich aussehen, sollte sich nach neuen Betätigungen umsehen und für Abwechslung sorgen.
Neben solchen Aktivitäten, die nur mit den eigenen Interessen zu tun haben, können freilich auch gemeinsame Erlebnisse frischen Wind in das Eheleben bringen. Wenn man als Paar seine Abende vorwiegend auf dem Sofa lümmelnd vor dem Fernseher verbringt, könnte man dem Partner vorschlagen, zumindest am Wochenende gemeinsam etwas zu unternehmen. Vielleicht wird ein wenig Überredungskunst erforderlich sein, aber einen Versuch ist es allemal wert, sich darum zu bemühen, die gemeinsame Freizeit durch eigene Ideen und Vorschläge zu bereichern. Wenn der Partner bestimmte Interessen hat, die man nicht unbedingt teilt, kann man ihn auch einmal durch Eintrittskarten zu einem Event überraschen, zu dem man ihn dann begleitet. Das Herz des Menschen, für den man sich vor mehr oder weniger langer Zeit entschieden hat, höher schlagen zu lassen, bleibt als positive Erinnerung im Gedächtnis – auf beiden Seiten. Und wenn alle Vorschläge nicht mehr als ein müdes Lächeln auf den Lippen des Ehepartners hervorbringen, sollte man in Ruhe vorbringen, dass man sich nach mehr Abwechslung sehnt und daher in Zukunft zur Not auch ohne den Partner etwas unternehmen möchte. Somit sorgt man zumindest für sein eigenes Wohlbefinden, ohne die Verantwortung dafür auf den Ehepartner abzuschieben.