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Kapitalanlagen in der Ehe

Sie müssen selbst entscheiden, wo Sie glauben, Ihr Geld am besten zu investieren. Geht es um Kapitalanlagen in der Ehe, sollte Ihr Augenmerk darauf liegen, dass Sie während Ihrer Ehe angemessen leben können und im Alter finanziell gut versorgt sind. Insoweit empfiehlt es sich, neben herkömmlichen Kapitalanlagen, wie Aktien oder Prämiensparen, den Erwerb von Immobilieneigentum ins Auge zu fassen. Auch Kinder gelten bei genauerer Betrachtung als Kapitalanlage. Vielleicht helfen Ihnen unsere 7 Tipps, den richtigen Weg zu gehen.

Das Wichtigste

  • Wenn wir über Kapitalanlagen in der Ehe sprechen, sollte Ihr Augenmerk darauf liegen, Ihr verdientes Geld so einzusetzen, dass Sie während Ihrer Ehe und im Hinblick auf Ihr Alter sinnvoll damit umgehen.
  • Die vielleicht beste Kapitalanlage in der Ehe ist der Erwerb von Immobilieneigentum. Wohnen Sie im eigenen Haus, sparen Sie die Miete und zahlen mit dem Kapitaldienst für die Finanzierung des Kaufpreises in die eigene Tasche. Wohnen im eigenen Haus ist die beste Altersvorsorge.
  • Auch Kinder sind über die rein emotionale Werthaltigkeit hinaus unter dem Strich als Kapitalanlage zu betrachten, wenn Sie spätestens im Alter auf Unterhalt oder auf Pflege angewiesen sind.

Worüber sprechen wir?

Geht es um Kapitalanlagen in der Ehe, sollte es darum gehen, dass Sie Ihre Ehe so gestalten, dass Sie angemessen leben können und für das Alter vorsorgen. Erwarten Sie nicht unbedingt, dass wir Ihnen jetzt Tipps oder geheime Informationen offenbaren, wie Sie Ihren Kontostand nach oben treiben.

Ob Sie in Aktien investieren möchten, liegt ganz bei Ihnen. Als Kapitalanlage sind diese für viele Menschen interessant, können aber auch hochriskant sind. Dieses Risiko sollten Sie nicht unterschätzen und es in Ihre Entscheidung mit einfließen lassen. In der Ehe sollte Ihr Augenmerk auf Kapitalanlagen gerichtet sein, die Sie einigermaßen gut und zuverlässig kalkulieren können und nicht befürchten müssen, Ihr gutes und wahrscheinlich sauer verdientes Geld zu verlieren.

Expertentipp:

Wenn Sie sich für Aktien interessieren und Ihr Risiko möglichst gering halten wollen, sollten Sie sich mit Indexfonds (ETFs) beschäftigen. Mit ETFs können Sie langfristig mit Aktien Vermögen aufbauen, ohne dass Sie allzu viel riskieren. ETFs investieren u.a. in DAX, S&P500 oder den Weltaktienindex MSCI World. Vor allem sind ETFs relativ sichere Kapitalanlagen. Sie gelten als Sondervermögenund sind besonders geschützt, wenn der Anbieter in Insolvenz geht. Mit der Investition in einen Indexfonds entledigen Sie sich der Mühe, einzelne Aktienwerte einzuschätzen und fortlaufend zu prüfen. Vielmehr übertragen Sie die Verantwortung für Ihr Geld einem professionellen Fondsmanager.

Darüber hinaus kommen auch Zertifikate (Schuldverschreibungen) in Betracht. Mit dem Kauf eines Zertifikats erwerben Sie die Chance, von der Wertentwicklung des Basiswertes zu profitieren. Ihr Geld und Zertifikat ist nämlich an einen Basiswert gekoppelt. Typische Basiswerte sind Aktien oder Indizes wie der DAX oder der Euro Stoxx 50. Auch Rohstoffe wie Gold oder Währungen wie Euro oder US-Dollar sind beliebte Basiswerte.

Geldvernichtung durch sparen?

Allein Geld ansparen, ist heutzutage keine Kapitalanlage mehr. Eine Reihe von Banken verlangen mittlerweile sogar Negativzinsen, wenn Sie Ihr Geld auf dem Spar- oder Girokonto liegen lassen. Damit ist eine der wichtigsten Kapitalanlagen früherer Zeiten weggebrochen. Dennoch ist und bleibt es die Grundlage jeglicher Kapitalanlage, dass Sie so viel Geld zur Verfügung haben, dass Sie es investieren können, ohne dass Sie sich im Lebensalltag unangemessen einschränken müssen. Dies gelingt nur, indem Sie das Geld, das Sie nicht für Ihre Lebensführung und die Unterhaltung Ihrer Familie benötigen, sparen. Die Frage ist nur, auf welche Art und Weise Sie das Geld sparen und anlegen.

Gut zu wissen:

Früher dauerte es etwa 12 Jahre, bis sich angespartes Geld durch die Zinsen verdoppelte. Heute brauchen Sie dazu mehr als 225 Jahre. Dabei wird ein beispielhafter Zinssatz von 6 % für die Neunzigerjahre und 0,32 % für heute unterstellt (Quelle: Berechnungsbeispiel Union Investment).

Sparen erfordert hohe Disziplin. Es ist angesichts unserer Konsumwelt und der vielfältigen Freizeitmöglichkeiten ungemein verführerisch, Geld auszugeben. Wenn Sie dabei vergessen, dass all dies vergänglich ist und Sie morgen vielleicht auf finanzielle Rücklagen angewiesen sind, führt kein Weg daran vorbei, dass Sie regelmäßig Geld zur Seite legen. Machen Sie es sich zur eisernen Regel, von Ihrem Gehalt monatlich einen bestimmten Betrag, der sich auch in einer gewissen Bandbreite bewegen kann, abzuzweigen und anzusparen. Verwahren Sie den Betrag auf einem gesonderten Konto, das Sie nicht für Ihre alltäglichen Ausgaben nutzen.

Auch der Verzicht auf Kredite ist eine Kapitalanlage

Handys, Autos und Urlaubsreisen, die über Kredite finanziert werden, haben schon viele Leute überschuldet. Sie sollten unbedingt darauf verzichten, Konsumartikel oder gar Urlaubsreisen über Kredite zu finanzieren. Der Urlaub kann noch so schön sein, den dafür beanspruchten Kredit müssen Sie zurückzahlen. Steht dann der nächste Urlaub vor der Tür und zahlen Sie immer noch den Kredit für den vergangenen Urlaub zurück, sind Sie wahrscheinlich höchst frustriert. Sie sollten es sich zum Leitbild machen, dass Sie auf die Inanspruchnahme von Krediten möglichst verzichten und auch Ihr Girokonto nicht überziehen. Auch wenn die Bank Ihnen den Dispo geradezu aufdrängt, sollten Sie widerstehen und immer berücksichtigen, dass die Bank Geld verdienen will, während Sie als Schuldner in der Verantwortung stehen. Insoweit ist der Verzicht auf Kredite eine echte Kapitalanlage. Sie sparen Geld, das Sie ohnehin nicht besitzen und geben auch kein Geld aus.

Kapitalanlage eigene Wohnung oder eigenes Haus

Im Idealfall wohnen Sie früher oder später im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung. Wenn sich die Hypothekenzinsen im Bereich von teils unter 1 % bewegen, ist die Finanzierung des Kaufpreises für ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung günstiger, als wenn Sie die Miete für ein vergleichbares Objekt zahlen.

Praxisbeispiel:

Sie wohnen in einer Mietwohnung mit einer Wohnfläche von 100 m². Ortsüblich zahlen Sie vielfach 7 EUR je Quadratmeter, also 700 EUR Kaltmiete im Monat. Im Jahr zahlen Sie so 8.400 EUR Miete. Kaufen Sie eine Wohnung für 300.000 EUR, zahlen Sie bei einem Eigenkapital von üblicherweise 20 % = 60.000 EUR und 1 % Hypothekenzinsen und 2 % Tilgung: 7.200 EUR Kapitaldienst im Jahr. Sie wohnen also relativ günstiger als in einer Mietwohnung.

Vorteil 1: Sie werden Eigentümer

Der Vorteil von Eigentum gegenüber Miete ist offensichtlich. Zahlen Sie Miete, fließt das Geld in die Tasche des Vermieters, der über die Jahre hinweg eine vermieterbezahlte Miete erwirtschaftet. Kaufen Sie sich Ihr Haus, zahlen Sie mit der Tilgung in die eigene Tasche. Sie werden irgendwann Eigentümer des dann nicht mehr mit der Hypothek belasteten Objekts. Eine bessere und sicherere Kapitalanlage gibt es kaum.

Vorteil 2: Sie sorgen für das Alter vor

Der weitere Vorteil von Immobilieneigentum ist die Altersvorsorge. Beziehen Sie im Alter Rente, verdienen Sie weniger als im Beruf. Die Höhe der Miete bleibt aber gleich und dürfte sicherlich über die Jahre hinweg auch noch steigen. Wohnen Sie hingegen im eigenen Eigentum, sinkt Ihre Belastung Richtung Null, wenn Sie fortlaufend die Hypotheken tilgen. Ist Ihre Immobilie dann irgendwann unbelastet und frei von Hypotheken, zahlen Sie weder Miete noch Kapitaldienst. Dann sollte Ihre Rente ausreichend sein, Ihren Lebensunterhalt zu gewährleisten. Insoweit gibt es kaum eine bessere Altersvorsorge.

Vorteil 3: Sie sichern Ihren Ehepartner ab

Ist Ihre Immobilie weitgehend abbezahlt und versterben Sie, braucht Ihr überlebender Ehepartner nicht in eine Mietwohnung umzuziehen. Er bzw. sie kann im eigenen Haus wohnen bleiben und ist auch nicht darauf angewiesen, sich in eine neue soziale Umgebung einfinden zu müssen.

Vorteil 4: Ihr Nachlass ist werthaltig

Vielleicht denken Sie auch heute schon an die Zeit nach Ihnen. Ist Ihre Immobilie weitgehend oder vollständig bezahlt, hinterlassen Sie Ihren Erben einen werthaltigen Nachlass. Bestenfalls übernimmt eines Ihrer Kinder Ihr Haus und führt Ihr Lebenswerk fort. Hätten Sie in einer Mietwohnung gewohnt, wären alle Ihre Investitionen verloren.

Expertentipp:

Die Empfehlung, im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu wohnen, hat natürlich einen Haken. Müssen Sie die Immobilie über ein Bankdarlehen finanzieren, brauchen Sie im Regelfall Eigenkapital. Die Banken verlangen üblicherweise einen Eigenkapitalanteil von ca. 20 %. Banken sind nur im Ausnahmefall bereit, 100 % des Kaufpreises und die mit dem Kauf der Immobilie verbundene Nebenkosten zu finanzieren. Je mehr Eigenkapital Sie haben, umso günstiger wird zudem die Finanzierung. Sie werden also nicht umhinkommen, einige Jahre Geld anzusparen, das Sie dann als Eigenkapitalanteil für die Finanzierung Ihrer Immobilie zum Einsatz bringen können. Sollten Sie in der glücklichen Lage sein, dass Sie das notwendige Eigenkapital von Ihren Eltern oder Ihren Schwiegereltern bekommen, sollten Sie so früh als möglich Immobilieneigentum erwerben. Selbst wenn Sie aus beruflichen Gründen anderswo wohnen müssen und davon ausgehen dürfen, dass Sie früher oder später zurückkommen können und deshalb die Immobilie vorerst an Dritte vermieten, kann sich Immobilieneigentum rechnen.

Kapitalanlage Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist nicht unbedingt eine Kapitalanlage. Es ist vielmehr ein Weg, Eigenkapital anzusparen und in den Genuss eines zinsgünstigen Darlehens zu kommen. Sie sparen zunächst etwa die Hälfte der vereinbarten Bausparsumme an, die andere Hälfte erhalten Sie als Darlehen von der Bausparkasse zu einem fest vereinbarten Zins. Bausparen lohnt sich aber nur, wenn Sie später tatsächlich Immobilieneigentum erwerben möchten und Baukredite dann viel teurer sind, als sie es heute sind. Wenn Sie erst in einigen Jahren Immobilieneigentum erwerben wollen, können Sie natürlich nicht wissen, wie die Hypothekenzinsen sich entwickeln werden. Ein Bausparvertrag kann insoweit eine gewisse Sicherheit geben. Ein Bausparvertrag kann auch eine Hilfe sein, wenn Sie Ihre Immobilie später modernisieren möchten. Nachteilig ist aber auch, dass Sie mit einem Bausparvertrag nur einen Teil der Finanzierungskosten finanzieren können und wegen dem Rest auf Eigenkapital oder eine Bankfinanzierung angewiesen bleiben.

Expertentipp:

Sofern Sie nur die Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen nutzen wollen, sollte ein Bausparvertrag mit einer relativ geringfügigen Bausparsumme (z.B. 25.000 EUR) ausreichend sein.

Lebensversicherung zur Sicherheit der Familie

Kapitalanlagen bestehen nicht nur darin, dass Sie Geld sparen oder investieren. Verdienen Sie in der Familie das Geld, empfiehlt sich der Abschluss einer Lebensversicherung. Sollten Sie unerwartet versterben, wären Ihre Angehörigen abgesichert. Sie können als bezugsberechtigte Person Ihren Ehepartner oder jeden anderen Angehörigen bestimmen. Die Lebensversicherungssumme fällt nicht in den Nachlass und braucht nicht unter den Erben aufgeteilt zu werden. Der Betrag steht ausschließlich der bezugsberechtigten Person zu. Im Hinblick darauf, dass Kapitallebensversicherungen das eingezahlte Kapital kaum noch verzinsen, sollte der Abschluss einer wesentlich prämiengünstigeren Risikolebensversicherung genügen.

Kinder als Kapitalanlage

Wir meinen es ernst, wenn wir Kinder als Kapitalanlageempfehlen. Sicher, Kinder kosten Geld, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Dennoch sollten wir Kinder als Investitionen in die eigene Zukunftbetrachten. Kinder zahlen als potentielle Arbeitnehmer nicht nur in die Rentenkasse ein und gewährleisten im Alter Ihre Rente. Kinder, zumindest diejenigen, die ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern haben, geben viel von dem zurück, was sie als Kinder von den Eltern erfahren und empfangen haben.

Sollten Sie im Alter bedürftig werden, sind Ihre Kinder unterhaltspflichtig. Sie erfüllen ihre Unterhaltspflicht umso offener, als sie sich in der Verantwortung für ihre Eltern sehen. Sind sie pflegebedürftig, kann es eine gute Option darstellen, sich von einem seiner Kind pflegen zu lassen und nicht unbedingt ins Alters- oder Pflegeheim umziehen zu müssen.

Ungeachtet all dieser materiellen Vorteile stellen natürlich auch die emotionalen Vorteile eine Art von Kapitalanlage dar. Kinder geben im Alltag den Eltern menschlichen Halt und verkörpern gemeinsame Erinnerungen an die vergangene Kindheit und Elternzeit. Alles in allem sind Kinder wohlweislich eine gute Kapitalanlage. Wer gut erzogene Kinder hat, hat bestens investiert.

Fazit

Geld fällt nicht vom Himmel. Sie müssen es sich im Regelfall durch eigene Arbeit verdienen. Möchten Sie Ihr Geld nicht ausschließlich für Konsum ausgeben, sollten Sie regelmäßig Geld ansparen. Da angespartes Geld auf dem Bankkonto kaum noch Zinsen trägt, ist die richtige Kapitalanlage das Gebot der Stunde. Auch als Privatanleger haben Sie eine Reihe von Optionen.

Autor:  iurFRIEND®-Redaktion

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