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Wie liebte eigentlich Agatha Christie?

 
 

Agatha Mary Clarissa Miller kam 1890 in Torquay an der Südküste von England,  als jüngstes Kind des Amerikaners Frederick Alvah Miller und dessen englischer Ehefrau Clarissa Margaret Boehmer zur Welt. Sie hatte noch eine ältere Schwester, genannt „Madge“ und einen älteren Bruder, „Monty“.

Als Mädchen wurde Agatha Christie bis zu ihrem 16. Lebensjahr nicht in einer Schule, sondern von ihrer Mutter unterrichtet. Diese erkannte schon früh das schriftstellerische Talent ihrer Tochter. Mit nur elf Jahren veröffentlichte die kleine Agatha ihr erstes Gedicht in einer Lokalzeitung.
Vom Wort zog es Agatha hin zu den Noten: sie begann ein Musikstudium in Paris, welches sie aber mit Beginn des Ersten Weltkrieges aufgab. Von nun an arbeitete  sie als Krankenschwester beim Britischen Roten Kreuz im örtlichen Krankenhaus, später in einer Apotheke. In dieser Zeit sammelte sie Erfahrungen mit Giften, die sie dann später in ihren Krimis verwendete.

1. Ehe & Scheidung
Auch die Liebe ließ nicht lange auf sich warten. Als 24-Jährige Frau heiratete sie im Jahr 1914 Oberst Archibald Christie, einen Flieger der königlichen Luftwaffe. 1919 brachte sie eine Tochter zur Welt. Von nun an überschlugen sich die Ereignisse: Nur ein Jahr nach der Geburt veröffentlichte Agatha Christie 1920 ihren ersten Kriminalroman: „Das fehlende Glied in der Kette“.

Auch wenn es beruflich für die Schriftstellerin sehr gut lief, so hatte sie doch privaten Stress. Ihr Mann Archibald ging fremd, dann starb ihre Mutter –  alles zu viel für die junge Frau. Agatha  brach vollkommen zusammen und haute ab.

Das Fehlen der berühmtesten Krimiautorin der Welt blieb nicht unentdeckt. Nach einer spektakulären Suchaktion fand man sie zehn Tage später in einem Hotel in Harrogate.  Die Geschichte um das Verschwinden von Agatha Christie wurde übrigens 1979 verfilmt.

1928 ließen sich Agatha und Archibald scheiden. Um sich von den ganzen Strapazen zu erholen, entschied sie sich zu einer ausgedehnten Reise in den Nahen Osten. Dort reiste sie mit dem Orient-Express nach Bagdad. Die Eindrücke nahmen einen großen Einfluss auf ihr schriftstellerisches Können, man bedenke beispielsweise ihr verfilmtes Werk: „Tod auf dem Nil“ oder „Mord im Orient-Express“.

2. Ehe bis zum Tod

Bei ihren Reisen lernte die berühmte Geschiedene auch ihren zweiten Ehemann, den 14 Jahre jüngeren Archäologen Max Mallowan kennen und lieben. Erst mit Zögern, dann aber für immer, nahm sie den Heiratsantrag des so viel jüngeren Max an. Im September 1930 gaben sich die beiden Turteltäubchen in Edinburgh das Ja-Wort.  

Im selben Jahr wurde auch die schrullige lyrische Figur Miss Marple zum ersten Mal in einem Krimi benannt. Es folgten elf weitere, die alle verfilmt wurden und bis heute Fans in der ganzen Welt begeistern.

1943  wird Agatha Christie stolze Oma eines Enkelsohnes, der das schriftstellerische Talent seiner Großmutter leider nicht mit in die Wiege gelegt bekommen hat.

Zur Adligen gekürt

Mit 81 Jahren passiert etwas, womit Agatha Christie nie gerechnet hätte: Sie wird 1971 von Königin Elisabeth II. als Dame Commander in den Orden des britischen Empire aufgenommen und dadurch in den persönlichen Adelsstand erhoben.

Am 12. Januar 1976 stirbt Agatha Christie im ehrwürdigen Alter von 86 Jahren im Ort Wallingford an einem Schlaganfall. Wenige Jahre später stirbt ihr treuer Ehemann Max und folgt ihr ins Grab. Lebendig bleiben ihre Krimis, die bis heute Millionen von Menschen die Gänsehaut über den Rücken jagen lassen.

Lesen Sie in unserer Reihe auch: Wie liebten eigentlich Astrid Lindgren, Albert Einstein, Martin Luther und Arthur Schnitzler.

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