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Weltmädchentag

 
 

Am 11.Oktober fand erstmals der „Internationale Tag des Mädchens". Im Vordergrund stand die (Zwangs-) Verheiratung minderjähriger Mädchen: In vielen armen Ländern werden Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Täglich werden an die 25.000 Mädchen verheiratet, oftmals zwangsweise und mit erheblich älteren Männern - jährlich muss von mindestens 10 Millionen Kinderbräuten ausgegangen werden. Am häufigsten kommen Kinderhochzeiten in Südasien vor, wo 46% aller Mädchen zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung unter 18 Jahre alt sind; in Afrika südlich der Sahara sind es 38%. Indien ist das Land mit den meisten Kinderbräuten. 

Wie sieht es eigentlich in Deutschland aus? Ab 16 Jahren darf der Mensch in Deutschland mit Zustimmung der Eltern heiraten. Voraussetzung ist allerdings, dass der Ehepartner bereits volljährig ist. Ab 18 Jahren darf jede rechts- und geschäftsfähige Person dann aufgrund der Volljährigkeit auch ohne Zustimmung der Eltern heiraten.
Hintergründe für diese Regelung sind darin zu suchen, dass zwei minderjährige Mensch von 16 Jahren tendenziell nicht in der Lage sind, gemeinsam einen Haushalt mit allen Verpflichtungen und Verantwortungen eigenverantwortlich zu führen und sämtliche daraus resultierenden Entscheidungen zu treffen.

Nein, ich muss!

Doch in anderen Teilen der Welt sieht es ganz anders aus: Mädchen werden ohne ihren Willen verheiratet, oftmals aus Armut oder aber aus der Tradition heraus.

Die Hilfsorganisation CARE macht darauf aufmerksam, dass minderjährige Ehefrauen doppelt so häufig von ihren Ehemännern geschlagen werden wie erwachsene Frauen. Zumindest in einem Rechtsstaat wie Deutschland haben Frauen die Möglichkeit, die Scheidung einzureichen. Aber fernab unserer Demokratie? Da haben Mädchen keine Rechte, keine Bildung und auch nicht das Geld, um sich zu wehren.

Auch das Risiko, mit HIV oder anderen Krankheiten infiziert zu werden, ist für zwangsverheiratete Mädchen besonders hoch bzw. wirken sich Schwangerschaften oft tödlich aus: Unter 15-jährige Mädchen sterben fünf Mal häufiger bei einer Geburt als über 20-jährige Frauen. Dazu kommt, dass Mädchen, die früh verheiratet werden, meist ihre Schulausbildung abbrechen müssen und damit die Chance auf ein eigenes Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben verlieren.

2012 findet der Weltmädchentag zum ersten Mal statt. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNICEF) hat im Dezember 2011 beschlossen, den 11. Oktober zum "International Day of the Girl Child" zu ernennen.

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