Verliebt, verlobt, verheiratet

 
 

Liebe Leserinnen und Leser, kennen Sie sie auch? Die rosarote Brille? Die rosarote Brille, die alles in einem anderen, viel schöneren, eben rosaroten Licht erscheinen lässt? Die Brille der Verliebten?

Alles ist toll! Sie schweben auf Wolke 7. Die Welt könnte nicht besser sein, das Glück liegt Ihnen zu Füßen. Sie haben die allerbeste Partnerin/den allerbesten Partner für sich gefunden! Ach, ist das Leben schön! Alles ist perfekt!

Sie treffen sich so oft und so lange es geht, gehen tanzen und spazieren, essen gemeinsam, küssen sich, schlafen miteinander – alles ist wunderbar! Und dann beschließen Sie, beieinander zu bleiben, das Leben gemeinsam zu leben und zusammenzuziehen. Sie suchen eine gemeinsame Wohnung, aber vielleicht fangen jetzt schon leichte Meinungsverschiedenheiten an. Sie will eine Erdgeschosswohnung wegen der zukünftigen Kinder – er will weiter nach oben wegen dem Aus- und Überblick. Die Brille ist nicht mehr ganz so rosarot, aber Sie können sich einigen. Bei der Einrichtung und der Frage, wo alles hin soll, schaffen Sie das auch. Da überlässt er ihr das und sagt, er sei zufrieden so.

Dann leben Sie eine Weile so miteinander, lernen sich besser kennen, entdecken Stärken und Schwächen des anderen. Sie wachsen zusammen und glauben nun, dass es auch prima wäre, die Beziehung fester zu machen. Sie verloben sich, auch wenn Familie und Freunde vielleicht sagen, dass Sie es sich noch mal überlegen sollten. Und schließlich heiraten Sie mit allem Drum und Dran: weißes Brautkleid, Kutsche, Kirche, Pastor, Honeymoon – besser geht es nicht!

Im Film erscheint jetzt „The End“.

In Ihrem Leben aber geht es weiter und eigentlich geht es jetzt erst richtig los.

 „Was braucht man für eine gute Ehe?“, werde ich oft gefragt.

Ich glaube, es ist wichtig, dass ein Paar eine gute gemeinsame Basis, ein Fundament hat, auf dem es aufbauen kann. Das können gute gemeinsame Erfahrungen sein, die ihre Liebe und das Vertrauen gestärkt haben. Das kann ein gemeinsames Hobby sein oder die Freude am Leben und das Wissen, das man sich aufeinander verlassen kann. Das kann auch der Glaube sein, in dem beide Partner sich zuhause fühlen. Ganz wichtig ist, dass irgendetwas davon da ist, denn mit der Zeit wird sich die rosarote Brille entfärben und dann sehen Sie wieder klar und deutlich.

Und dann, so im Laufe der Jahre, spätestens, wenn das erste Kind kommt, wird die Liebe auf eine Probe gestellt. Ron Kritzfeld hat einmal gesagt: „Liebe: die Kraft, nicht nur die eigene, sondern auch die Unvollkommenheit eines anderen lebenslang zu ertragen“. In diesem Satz steckt viel Wahrheit. Und das ist auch zugleich die Kunst eine gute Ehe zu führen. Es wird unweigerlich Auseinandersetzungen, Meinungsverschiedenheiten und Streit geben. Das ist ganz normal. Das kommt in jeder Beziehung vor. Sie können nicht immer einer Meinung sein, auch wenn das vielleicht ganz schön wäre. Sie werden sich also miteinander auseinandersetzen müssen – die Frage ist nur wie. Streiten kann man lernen. Es gehört wie das miteinander reden zur Kommunikation. Und die können Sie tatsächlich lernen und einüben, wenn Sie das denn wollen. Ein paar einfache Tricks in der Kommunikation können Ihnen dann schon enorm weiterhelfen.

In der Bibel heißt es im 1. Korintherbrief 13: „Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht, sie prahlt nicht und ist nicht überheblich. Liebe ist weder verletzend noch auf sich selbst bedacht, weder reizbar noch nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand.“

So ist die Liebe tatsächlich, wenn sie stark und aufgeblüht ist. Am Anfang einer Beziehung aber ist sie ein kleines zartes Pflänzchen, auch wenn es sich anders anfühlt. Hegen und pflegen Sie Ihre Liebe jeden Tag neu! Oft ist das kein großer Aufwand und der Einsatz und die Kontinuität lohnen sich.

Ganz viele Paare haben das geschafft - mit und ohne Hilfe. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für Ihr Zusammenleben, Ihre Ehe und Ihre Zukunft alles erdenklich Gute, viel Kraft, genügend Humor und Spaß miteinander und Gottes reichen Segen!