Romantische Liebe vs. Eheschließung

 
 

Schließen sich romantische Liebe und Eheschließung aus? Die These, dass romantisch-verklärte Ehen scheidungsanfälliger seien als pragmatisch geschlossene, ist nicht von der Hand zu weisen.

Setzt das romantisch-verliebte Paar nämlich zu hohe Erwartungen in eine Verbindung, dann ist die Enttäuschung umso höher, wenn diese nicht erfüllt werden. Besser wäre eine etwas pragmatischere Haltung. Schließlich kann man nicht nur von Luft und Liebe leben. Je leidenschaftlicher die Gefühle und die Verliebtheit sind, umso schwieriger wird es, diese als Basis für eine dauerhafte Bindung.

Warum?

Zwar wurden im Zuge der historischen Freiheitsbewegung Ehen aus romantischen Gründen geschlossen. Aber denkt man an Shakespeares Liebesdrama „Romeo und Julia“ oder Wagner’s „Tristan und Isolde“, erscheint die alles verzehrende Sehnsucht nacheinander, die Überwindung von Widerständen und das Arrangieren geheimer Rendezvous zwar romantisch, aber nicht selten verlieren die Liebenden dabei ihren Verstand und die Liebesgeschichten enden im Tod.
Heutige Beziehungsdramen sind da eher unromantisch. Insbesondere dann, wenn sich Paare hauptsächlich damit beschäftigen, sich mehr mit Problemen und „Beziehungsarbeit“ rumzuschlagen als rosa Wölkchen am Himmel zu zählen.

Darum!

Im Laufe der Zeit hat die Ehe einen Bedeutungswandel erlebt. Sie dient weniger der Versorgung der Frau und der Aufzucht von Kindern, sondern befriedigt emotionale Bedürfnisse. In einer Ehe sind innige Nähe, Zweisamkeit, Intimität, Wärme und Geborgenheit zwischen den Partnern wichtig. Mit verzehrender Sehnsucht, Todesschmerz und Nachtigallengesang können die Wenigsten was anfangen. Nicht die Zurückgezogenheit in ein verwunschenes Schloss ist die Motivation, sondern wer welchen Teil der Hausarbeit übernimmt.

Überhaupt hat man zwecks neurologischer Untersuchungen herausgefunden, dass die Liebe vielmehr ein Euphoriezustand ähnlich dem des Drogenrausches darstellt. Dabei wird Sucht erzeugt und die Liebe soll sogar körperlich abhängig machen.

Kann man also ohne Liebe eine Partnerschaft führen? Die Liebe ist ein existenzielles Bedürfnis und das schönste und erhabenste Gefühl, das Menschen miteinander teilen können. Das beweist doch, dass es sie doch gibt - die Sehnsucht nach der ganz großen Liebe.

„Ich bin mir meiner Seele 
In deiner nur bewusst, 
Mein Herz kann nimmer ruhen 
Als nur an deiner Brust! 
Mein Herz kann nimmer schlagen 
Als nur für dich allein. 
Ich bin so ganz dein eigen, 
So ganz auf immer dein.“
Theodor Storm (18. Jahrhundert)

„dad, lg feli“
Felix M. (21. Jahrhundert)

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