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Vor der Ehe erstmal richtig leben! Doch wie wichtig ist das austoben eigentlich? (© detailblick - Fotolia.com)

Ich will Spaß: Austoben vor der Ehe

 
 

Die beliebte Praxis des Junggesellenabschieds deutet schon darauf hin: Mit der Ehe endet für viele Menschen die wilde Zeit ihres Lebens. Noch ein letzte Mal Party machen und dann hat der Traum von ewiger Treue und Liebe seinen Auftritt. Doch nicht vor jeder Ehe steht eine lange Geschichte von amourösen Abenteuern. Manche Menschen probieren es gleich mit Ihrer ersten (Jugend-)Liebe und hoffen auf einen Sechser beim ersten Tipp. Doch kann das funktionieren, oder ist es wichtig, sich vor der Ehe auszutoben?

Wo das Austoben anfängt, ist Definitionssache. Es gibt eine recht weite Spanne zwischen ein Paar Vorerfahrungen im Bereich Sex und Liebe und dem Leben einer notorischen Flirtmaschine. Für manche ist es dabei schon „Austoben“, wenn jemand schon die ein oder andere Beziehung oder Ehe hinter sich hat. Für andere fängt „Austoben“ erst bei Affären und One-Night-Stands an. Wenn man sich für die weniger enge Definition entscheidet, wird selbst so mancher, der den Traum von der einen großen Liebe träumt zum Austoben gezwungen. Denn zu so einem Traum gehören immer zwei. Und dieser kleine Haken sorgt dann auch dafür. Dass die meisten Menschen bereits mit Mitte zwanzig auf eine recht beachtliche Liste von zwischenmenschlichen Kontakten zurückblicken können. Und das kann durchaus Vorteile haben.

Sexuelle Erfahrung

Der naheliegendste Vorteil der sich ergibt, wenn man  bereits vor der Ehe andere Partner hat, ist die Möglichkeit sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Nicht nur, dass man auf diese Weise erfährt worauf man steht und was einem im Bett gefällt, man hat auch die Gelegenheit zu lernen wie man seinen Partner im Schlafzimmer glücklich macht. Dadurch steigert man gleichzeitig auch seinen Wert für weitere Partnerschaften.  Und auch wer eigentlich eine feste Partnerschaft fürs Leben sucht kann von einer Testphase profitieren. Wer sich umgekehrt dafür entscheidet vor der Ehe keinen Sex zu haben, hat – ungeachtet aller moralischen Fragen – später womöglich auch sehr große Erwartungen die leicht enttäuscht werden können.

Beziehungserfahrung

Gerade aus (gescheiterten) Beziehungen nimmt man in der Regel mehr mit als nur ein paar neue erotische Kniffe.  Man lernt auch einzuschätzen, mit welchen Schwächen und Stärken eines Partners man am besten klarkommt und vor allem was man will und was man ganz und gar nicht will. Man lernt die Höhen und Tiefen von zwischenmenschlichen Beziehungen kennen und erlebt hautnah, wie verschieden Menschen sein können. Wer hingegen nur mit einem Partner zusammenlebt, weiß nicht ob das auch die Ehe oder Partnerschaft ist, die er sich gewünscht hätte, wenn er Möglichkeiten gehabt hätte zu vergleichen. Auch steigt dann die Wahrscheinlichkeit, irgendwann aus der Partnerschaft ausbrechen zu wollen. Selbst wenn man anfangs wunderbar zusammenpasste, kommt es in jeder Ehe auch mal zu Krisen. Man verändert sich, macht verschiedene neue Lebensphasen durch (Ausbildung, Beruf, Elternschaft, etc.). Plötzlich will man wissen, was in der Welt dort draußen noch auf einen warten könnte. Umso mehr, wenn man noch nicht oft „dort draußen“ war. Ein weiterer Vorteil von viel Liebeserfahrung ist ein gestärktes Selbstbewusstsein. Wer weiß, dass er für verschiedene Menschen attraktiv (und sogar liebenswert) war, ist auch innerhalb einer Ehe selbstbewusster.

Lebensqualität

Natürlich geht es bei Beziehungen nicht allein ums Lernen, sondern vor allem um schöne Erfahrungen und Erlebnisse. Und auch in dieser Hinsicht kann es von Vorteil sein, wenn man sich eine „wilde Zeit“ gönnt. Wer sich in seiner Jugend so richtig ausgelebt hat, hat später wahrscheinlich eher das Gefühl, ein erfülltes und abwechslungsreiches Leben gelebt zu haben. Wer sich zu schnell dauerhaft bindet, riskiert dagegen, dass ihm auf Dauer etwas fehlt. Vor allem dann, wenn er im Freundeskreis beobachten kann, wie andere ihre Freiheit genießen.

Kein Patentrezept

Wir haben jetzt vor allem die Vorteile des Austobens beleuchtet. Das war aber nur die halbe Wahrheit. Nicht für jeden ist es wichtig, sich „die Hörner abzustoßen“ bevor es ernst wird. Manche Menschen vermissen nichts, wenn sie einem Partner ein Leben lang treu sind und das ist auch völlig ok. Man sollte sich auf keinem Fall um des Austobens willen austoben, wenn man das eigentlich gar nicht möchte, nur weil man meint, dass das dazugehört. Auch kann nicht jeder Mensch Sex und Liebe gut voneinander trennen. Und natürlich ist es auch gut möglich sich während einer Ehe auszutoben und alles was man noch so ausprobieren und erleben will mit dem eigenen Partner zu erleben.  Letztlich gibt nämlich auch ei ereignisreiches Liebesleben keine Garantie auf Treue, wenn man in den Hafen der Ehe einläuft. Auch wer sich ausgetobt habt, kann sich in seiner Ehe unglücklich fühlen und das Gefühl haben etwas zu verpassen.  Letztendlich kommt es vor allem darauf an, was für ein Mensch man ist und wie viel Glück man hat. Wer direkt den Hauptgewinn abräumt, kann sich entspannt zurücklehnen. Die anderen bleiben eben im Spiel, bis es so weit ist.

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