Kinder bekommen, Eltern werden, und dabei Paar bleiben!

Mit der Geburt des ersten Kindes wird aus Zweisamkeit Dreisamkeit. Der Fokus ist nicht mehr auf den Partner gerichtet, sondern auf den Nachwuchs.

Der Tagesablauf wird plötzlich komplett nach den Bedürfnissen des Kindes angepasst- stillen, schlafen, wickeln, kuscheln, spielen… Eltern kämpfen zu diesem Zeitpunkt oft mit dem Gefühl des Fremd-Gesteuert-Seins, leiden an chronischem Schlafmangel und finden kaum noch Zeit füreinander. Viele junge Mütter überfällt zudem in der ersten Zeit ein unwohles Gefühl, den frisch geschlüpften Nachwuchs auch mal ganz dem Vater zu überlassen.

Der Paarforscher John Gottman rät jungen Eltern, und besonders Müttern in der Stillzeit, auch den Vätern Qualitätszeit mit dem Baby einzuräumen. Er fordert dazu auf, Papa auch wickeln zu lassen, die Flasche zu geben und das Kleine auch einmal alleine durch den Park zu schieben. So haben beide Elternteile die Möglichkeit, mit dem Kind in Kontakt zu treten und eigene Erfahrungen mit dem Baby zu machen. Das tut nicht nur dem Nachwuchs gut, sondern fördert auch die Verbundenheit des Paares. Wer als TEAM „Eltern“ agiert hat es oft einfacher, an einem Strang zu ziehen und Verständnis für den anderen aufzubringen, wenn der kleine Racker mal wieder Mutters Nerven strapaziert - und zwei Stunden am Stück geschrien hat.

Im Trubel und Durcheinander und den (anfänglichen) Unsicherheiten des Elternseins, verliert man einander, als Paar, leicht aus den Augen. Daher ist es entscheidend, die Kommunikation als Paar nicht einschlafen zu lassen, auch wenn sich junge Eltern oft nichts sehnlicher wünschen, als Schlaf! Welchen Weg man wählt, um Zeitinseln zu schaffen, ist unerheblich.

Manche Eltern lassen den Nachwuchs regelmäßig bei den Großeltern oder engagieren einen Babysitter, um ungestört zum Abendessen zu gehen. Andere wiederum verabreden einen medienfreien Tag in der Woche, bei dem Fernseher, Smartphone und Computer ausbleiben. Wieder andere nutzen Kerzenlicht, inspirierende Musik und einen guten Schluck Wein, um Ihre Paarzeit zu zelebrieren. Diese Paarzeit kann sowohl für tiefsinnige Gespräche, als auch für´s leichte Tratschen über Trivialitäten genutzt werden, welches dem Paar wieder zu mehr Leichtigkeit verhilft. Die Zeit als Paar sollte aber auch dazu genutzt werden, um bewusst miteinander zu sprechen und zuzuhören. Wenn beide Partner voneinander wissen, was den jeweils anderen bewegt, belastet, aber auch erfreut, ist es einfacher, aufeinander einzugehen. Versuchen Sie auch zu kommunizieren, wie und weshalb es zu Ihren Befindlichkeiten kommt. Wenn Ihr Partner versteht, weshalb Sie gewisse Dinge besonders stressen oder manche sie nicht tangieren, schaffen Sie auch größere Akzeptanz.

Denken Sie immer daran: Eltern werden, eröffnet Ihnen einen Vielfalt an neuen wundervollen Erfahrungen, überraschende Umschwünge und plötzliche Entdeckungen. Aber Elternsein bedeutet auch zu stolpern, auf Grenzen zu stoßen und unsicher zu sein! Wenn Sie sich aber als Paar und nicht nur als Eltern sehen und einander unterstützen, sehen und wertschätzen, wird sich das positiv auf Sie als Eltern, als Paar und auf den Nachwuchs auswirken.

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