Elterngeld: Mehr Väter bereit zur Jobpause

So viele Väter wie nie zuvor nehmen Elterngeld in Anspruch. Bei 181000 von 663000 Kindern haben deren Väter Elterngeld bezogen und dafür eine Pause im Beruf eingelegt. Das sind insgesamt ca. 27,3% der frischgebackenen Väter dieses Jahres. Das Verhältnis ergibt sich aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Gegenüber dem Vorjahr ist die Väterbeteiligung damit um 2 Prozent gestiegen.

Väter in Bayern und Ostdeutschland Spitzenreiter

Die höchste Väterbeteiligung gab es in Bayern (35,8%) und in Sachsen (35,6%). Diese Bundesländer waren schon in den vorigen Jahren Spitzenreiter.

Von solchen Zahlen kann man im Saarland nur träumen. Das Schlusslicht der Statistik erreichte gerade einmal eine Väterbeteiligung von 17,5%. Also weniger als die Hälfte der Anteile der beiden Spitzenreiter. NRW schneidet allerdings nicht viel besser ab. Bei 143.097 dort geborenen Kindern nahmen nur 20,2%, also 28909 Väter Elterngeld in Anspruch.

Unter den Landkreisen und kreisfreien Städten belegte Jena (Thüringen) mit einer Beteiligung von 47,2 % den Spitzenplatz. Aber auch im bayrische Landkreis Cham (46,2%) beteiligten sich viele Väter an der Betreuung ihrer Kinder. Mit Hagen und Gelsenkirchen kommen auch die Schlusslichter unter den Städten aus Nordrhein-Westfalen. In beiden Städten gab es nur eine Väterbeteiligung von ca. 10%.

Väter in Bayern und Ostdeutschland Spitzenreiter

Die Dauer des Elterngeldbezugs blieb größtenteils unverändert. 77% der Väter bezogen das Elterngeld für maximal zwei Monate. Nur knapp 7% von ihnen nahmen die Leistung für volle zwölf Monate in Anspruch.

Doch in keinem Fall kommen die Väter mit ihrer Beteiligung an die Mütter heran. Von diesen bezogen durchschnittlich 95% Elterngeld; ca. 90% von ihnen über einen Zeitraum von einem Jahr.

Dabei war es für die Väter durchaus lohnend, sich zu beteiligen. So lag der Elterngeldanspruch zumindest bei erwerbstätigen Vätern im Schnitt bei 1204 Euro und war damit um mehr als ein Drittel höher (39%) als bei Müttern (868 Euro).

Auffällig war auch, dass es bei der Höhe des Elterngeldes ein Ost-West-Gefälle gibt. Die meisten Regionen mit hohem Elterngeldanspruch lagen im Weste, die meisten mit geringerem Anspruch im Osten Deutschlands.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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