Ehe retten - Tipps

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Paarbeziehungen sich im Laufe der Zeit verändern. Auch Krisen in der Beziehung zwischen zwei Menschen lassen sich kaum vermeiden, sie werden sogar vielfach als Chance für die Partner verstanden, sich weiter zu entwickeln. Manche Beziehungskrise oder Ehekrise kann sich allerdings zu einem schmerzhaften Prozess entwickeln, der die Beteiligten an einen Punkt bringt, an dem sie sich fragen, ob es noch eine gemeinsame Zukunft für sie gibt.

Das Wichtigste zum Thema "Ehe retten" für Sie:

  • Ein harmonisches Zusammenleben erfordert das Engagement der Partner. Wenn die Liebe vernachlässigt wurde und die Beziehung in der Krise steckt, ist eine Trennung nicht zwangsläufig die beste Lösung.
  • Mit einiger Anstrengung ist es möglich, eine Beziehung wieder zu beleben und zu retten. Verschiedene Kriterien geben Hinweise darauf, ob eine Beziehungskrise überwunden werden kann oder nicht.
  • Tägliche Zuwendung ist die Basis für Romantik, Vertrauen und Leidenschaft. Fehlender Respekt erschwert die Rettung einer Beziehung, in der die Zuneigung der Partner abgenommen hat.
  • Kompromisse zwischen den Partnern sorgen dafür, dass keiner der beiden seine Wünsche und Träume aufgeben muss. Sie ermöglichen eine harmonische Beziehung trotz grundlegend verschiedener Einstellungen in wesentlichen Fragen.
  • Rettungsmaßnahmen für eine zerrüttete Ehe erfordern die Bereitschaft und das Engagement der Partner, um gemeinsame Rituale miteinander zu praktizieren. Verachtung, Kritik und Rückzug wirken sich eher kontraproduktiv aus. Häusliche Gewalt sollte als Grund genommen werden, den Partner zu verlassen.

Wenn Gleichgültigkeit und Frust sich breit gemacht haben

Obwohl sich die meisten Menschen eine stabile und glückliche Beziehung wünschen, ist es nicht leicht, die Harmonie im Zusammenleben mit einem Partner dauerhaft zu bewahren. Zahlreiche mögliche Faktoren können dazu führen, dass Paare sich im Laufe der Jahre auseinander leben oder ständig miteinander streiten. Liebesbeziehungen müssen gepflegt werden. Das ist vielen Menschen nicht genügend bewusst oder sie vernachlässigen die Pflege ihrer Beziehung zum Partner aus Gedankenlosigkeit oder weil sie glauben, es laufe schon von alleine. Doch für eine gute Partnerschaft müssen Sie etwas tun. Wenn gegenseitige Aufmerksamkeit und Zuwendung mit der Zeit nachlassen, führt das dazu, dass auch die Zuneigung der Partner füreinander abnimmt. Wenn eine Ehe mit wachsender Unzufriedenheit nicht mehr den (häufig verklärten) Idealvorstellungen von einer Beziehung entspricht, sind Menschen heute im Allgemeinen schneller als noch vor einigen Jahrzehnten bereit, sich scheiden zu lassen.

Allerdings sind nur wenige Paare so entschlossen und entscheiden sich nach einer kurzen Zeit der Auseinandersetzung dazu, einen Schlussstrich unter die gemeinsame Vergangenheit zu setzen. Meistens dauert es eine Zeit, nachdem sich Gleichgültigkeit und Frust allmählich in die Beziehung eingeschlichen haben und gewachsen sind, bis der Gedanke an eine Trennung tatsächlich ausgesprochen wird. Dabei ist es häufig einer der beiden Partner, der sich schon länger damit auseinandergesetzt hat, ob ein Fortbestand der Beziehung noch Sinn macht. Solange eine Liebe noch nicht völlig erloschen ist, besteht in der Regel auch die Chance, sie noch zu retten. Manchmal sind die Gefühle der Partner füreinander regelrecht verschüttet gegangen, ein Berg aus Alltäglichkeiten und Gewohnheit hat sich darüber aufgetürmt. Es wird einige Anstrengung kosten, um eine vernachlässigte Liebe wieder aufblühen zu lassen, und manche Paare trennen sich, ohne sich wirklich darum bemüht zu haben. Doch eine Krise in der Ehe oder in der Partnerschaft, auch wenn sie schmerzhaft ist, bedeutet nicht unbedingt, dass eine Trennung der beste Weg ist.

Kann ich meine Ehe retten?

Manch einer stellt im Verlauf einer langjährigen Beziehung zu einem bestimmten Zeitpunkt fest, dass der Partner nicht mehr dieselbe Person ist wie die, in die man sich vor Jahren verliebt hat und mit der man beschlossen hat, den Rest des Lebens zu verbringen. Es ist sicherlich richtig, dass der Partner sich verändert hat, ebenso hat man sich selbst jedoch auch verändert. Menschen werden reifer und entwickeln sich weiter, daher ist es töricht, sich zu wünschen, der andere solle möglichst wieder so sein wie zu Beginn der Beziehung. Nachvollziehbar ist dagegen die sich einstellende Sehnsucht nach dem liebevollen und aufmerksamen Umgang miteinander, den man als junges Paar gepflegt hat. Wessen Beziehung oder Ehe sich in einer Krise befindet, mag den heutigen Beziehungsalltag mit den verliebten Momenten aus der Anfangszeit vergleichen und sich fragen, ob die Beziehung denn noch zu retten ist. Doch so lange sich jemand diese Frage überhaupt stellt, stehen die Zeichen gut, dass eine Beziehungs- oder Ehekrise sich überwinden lässt. Um eine unglückliche Ehe zu retten, ist einige Anstrengung erforderlich, die regelrecht mit Arbeit verbunden ist. Doch muss, wie bereits erwähnt, für jede Beziehung etwas getan werden. Paare, die frisch verliebt sind, werden noch nicht viele Gedanken an „Beziehungsarbeit“ verschwenden, und vieles, was Paare tun könnten, um ihre Beziehung lebendig zu halten, geht im Alltag unter. Wer an eine Trennung denkt, sollte sich jedoch bewusst machen, dass er auch einen neuen Partner nach einer gewissen Zeit mit anderen Augen sehen würde. Warum also nicht Energie in die Wiederbelebung der Beziehung zu einem Partner investieren, der einem vertraut ist?

Verschiedene Aspekte bieten Anhaltspunkte dafür, ob ein solcher Versuch Erfolg versprechend ist. Gemeinsame Interessen und Ziele sowie sich ähnelnde Lebensentwürfe sind als positive Anzeichen hierfür zu werten. Daneben sind die Kommunikation miteinander und die Weise, wie Konflikte in der Beziehung gelöst werden, einer Betrachtung zu unterziehen. Weiterhin sollten Sie sich ehrlich fragen, ob noch gegenseitiges Interesse am anderen vorhanden ist und ob der gegenseitige Umgang miteinander noch von Achtung und Respekt geprägt ist. Auch die Körperlichkeit spielt eine Rolle, was sich nicht ausschließlich auf sexuellen Kontakt bezieht, sondern allgemein auf die Frage, ob beide Partner es noch genießen können, sich gegenseitig zu berühren und liebevoll berührt zu werden. Je mehr solcher Hinweise für eine noch vorhandene gemeinsame Basis vorhanden sind, umso wahrscheinlicher ist es, dass eine Ehekrise überwunden werden kann.

Zuwendung, Aufmerksamkeit und Respekt

Die Anstrengungen, die zu unternehmen sind, um das endgültige Scheitern einer Beziehung zu verhindern, sind ähnlicher Natur wie diejenigen Bemühungen, die empfohlen werden, um ernsthafte Krisen möglichst von vorneherein zu verhindern. Der wichtigste Ratschlag, den man (Ehe-) Partnern geben kann ist der, sich einander zuzuwenden und sich nicht voneinander abzuwenden. Die Zuwendung und Aufmerksamkeit, die man einander schenkt, ist die Grundlage für eine emotionale Verbindung, auf der Romantik, Vertrauen und Leidenschaft fußen können. Viele Paare gehen davon aus, dass das beste Rezept zur Wiederherstellung der emotionalen Basis einer Beziehung in einem Abendessen bei Kerzenschein oder einem gemeinsamen Kurzurlaub besteht. Dabei übersehen sie, wie wichtig es ist, das alltägliche Miteinander nicht als selbstverständlich hinzunehmen, wie es häufig aus Unachtsamkeit geschieht. Sich jeden Tag in kleinen Dingen einander zuzuwenden, ist für das Bestehen einer Ehe ein wichtigerer Beitrag als ein zweiwöchiger Urlaub in der Karibik, weil die kleinen (und häufig scheinbar unbedeutenden) Gesten der Aufmerksamkeit dazu beitragen, dass die Partner sich eine positive Haltung zueinander bewahren und so die Beziehung retten.

Wenn die Zuneigung in einer Partnerschaft abgenommen hat, kann sie nur dann wieder zum Aufflammen gebracht werden, wenn die Partner sich dessen bewusst sind, wie wichtig dieses Gefühl für das Glück in der Beziehung ist. Auch wenn Sie sich manchmal angesichts der Macken des anderen die Haare raufen möchten, sollten Sie doch immer noch spüren, dass der Partner es wert ist, respektvoll behandelt zu werden. Eine Ehe, in der dieses Gefühl überhaupt nicht mehr vorhanden ist, kann wahrscheinlich nicht gerettet werden. Nach einem schweren Vertrauensbruch, der möglicherweise auf einem Seitensprung oder gar einer Affäre eines der Partner mit einer dritten Person beruht, kann es vorkommen, dass dieser Respekt verloren geht. In diesem Fall wird es sehr schwer möglich sein, das Gefühl der Zuneigung wieder zu beleben. In allen anderen Fällen ist es für die Partner relativ leicht, die liebevollen Gefühle füreinander wieder zurück zu holen, indem sie nämlich über ihre Vergangenheit, über das gegenseitige Kennenlernen und die vergangenen Jahre miteinander sprechen.

Expertentipp:

Für Paare, die ihre gemeinsame Vergangenheit in einem positiven Licht sehen, liegt auch eine glückliche Zukunft im Bereich des Wahrscheinlichen. Für eine Ehe, in der die gemeinsamen Erinnerungen eher verdrängt werden, stehen die Zeichen dagegen nicht so gut, die Beziehung zu retten.

Die Kunst, Kompromisse zu schließen

Widersprechende Einstellungen der Partner in Bezug auf wesentliche Dinge werden häufig als unüberwindliches Hindernis für eine Beziehung oder Ehe gesehen. Es ist auch nur schwer vorzustellen, dass ein Paar, bei dem beispielsweise einer der beiden darauf besteht, in der Stadt zu wohnen, während der andere ein Leben in ländlicher Umgebung bevorzugt, jemals auf einen grünen Zweig kommen werden. Das heißt, es ist kaum überraschend, wenn eine der beiden Personen die Uneinigkeit in Bezug auf den Wohnort eines Tages zum Anlass nimmt, um die Beziehung zu beenden. In glücklichen Ehen gelingt es jedoch, den Zielen beider Partner gerecht zu werden, ohne dass der Eine versucht, den anderen davon zu überzeugen, dass seine Einstellung die einzig wahre und richtige ist. In derartigen Fällen handelt es sich um einen Konflikt, der niemals vollkommen überwunden werden kann, die Partner lernen jedoch, damit zu leben. Bei einem solchen Konflikt kann es sich um einen Umstand handeln, der jahrelang von einem Partner hingenommen wurde, bei dem seinen Wünschen oder Träumen nicht Rechnung getragen wurde. Wenn gewisse Sehnsüchte, die Teil der eigenen Identität sind, über einen längeren Zeitraum vernachlässigt wurden, wird dies früher oder später zu Problemen führen.

In einer „guten“ Beziehung oder Ehe bleiben die Partner im Gespräch über ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte. Keiner der beiden versucht, den anderen dahingehend zu beeinflussen, dass er seine Wünsche aufgibt. Wenn einer der Partner sich innerhalb einer Ehe dauernd anpasst und seine eigenen Träume begräbt, wird sich daraus früher oder später ein ernsthafter Streit entwickeln. Wo Eheleute miteinander im Gespräch sind, arbeiten sie gemeinsam an Kompromissen, die ihnen ermöglichen, miteinander in Harmonie zu leben. Es ist theoretisch immer möglich, mit dem anderen ins Gespräch zu kommen, auch wenn die Partner schon seit langer Zeit nicht mehr miteinander über ihre innersten Wünsche und Bedürfnisse gesprochen haben.

Was unterscheidet glückliche und unglückliche Paare voneinander?

Um eine Ehe zu retten, die dem Anschein nach ziemlich zerrüttet ist, muss die Bereitschaft beider Partner vorhanden sein, Zeit für „Rettungsmaßnahmen“ aufzubringen. In erster Linie sind hier konstruktive Gespräche zu nennen, denn die Vernachlässigung der Kommunikation ist einer der Hauptgründe, warum Eheleute und Beziehungspartner sich voneinander entfernen. Oft sind es nur Geringfügigkeiten, kleine Rituale, die glückliche Paare von unglücklichen unterscheiden. Glückliche Paare sprechen morgens miteinander (und hören sich gegenseitig zu!), bevor sie sich trennen und tauschen sich am Ende des Tages miteinander aus. Während sie miteinander reden, finden sie einen Weg, Anerkennung für den Partner auszudrücken. Sie berühren einander bewusst in der Zeit, die sie miteinander verbringen. Umarmungen und zärtliche Küsse werden täglich ausgetauscht. Mindestens einmal in der Woche unternehmen Paare, die sich als glücklich bezeichnen, bewusst etwas zusammen. Beispielsweise besuchen sie eine Ausstellung, eine Kino- oder Theateraufführung oder gehen auch nur gemeinsam spazieren.

Was in einer glücklichen Ehe keinen Platz findet, sind Verachtung, (wortloser) Rückzug und Kritik. Verachtung für den Partner äußert sich nicht nur in negativen Gedanken, sondern auch in abschätzigen und respektlosen Bemerkungen. Sie ist Ausdruck einer ablehnenden Haltung gegenüber dem Partner und erschwert die Lösung von Problemen, wenn sie sie nicht gar unmöglich macht. Wenn einer der Partner sich andauernd mit Ablehnung konfrontiert sieht, reagiert er irgendwann einmal mit Rückzug. In der Mehrzahl der Fälle sind es Männer, die sich lieber zurück ziehen, als sich auseinander zu setzen. Wer auf diese Weise einem Streit aus dem Weg geht, zieht sich jedoch auch aus der Ehe zurück. Unter Kritik ist nicht jede Äußerung zu verstehen, mit der sich ein Partner über einen (aus seinem Blickwinkel betrachtet) beklagenswerten Umstand beschwert. Ein Beklagen oder eine Beschwerde bezieht sich immer auf einen bestimmten Zustand oder eine Sache, die nicht in Ordnung ist, während Kritik meist auf den Charakter und die Persönlichkeit des Partners abzielt. Kritik ist oft auch mit Schuldzuweisungen verbunden.

Wenn die Ehe nicht mehr zu retten ist

In einer Ehe, in der Kritik, Verachtung und Rückzug das Eheleben dominieren, wird es für die Partner schwer sein, noch einmal zueinander zu finden und die Beziehung zu retten. Das Gleiche gilt, wenn das Vertrauen zueinander gestört ist oder Angst und Misstrauen den Umgang miteinander bestimmen. Wo Handgreiflichkeiten oder Gewalt in der Ehe aufgetreten sind, sollte man den Gedanken an eine Versöhnung oder eine Rettung der Ehe besser aufgeben. Betroffene sollten den Partner schnellstmöglich verlassen ohne ihm mitzuteilen, dass sie gehen und vor allem, wohin sie gehen. Im Falle häuslicher Gewalt ist außerdem unbedingt der Gang zur Polizei zu empfehlen.

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